Eigentlich gibt es jeden Tag etwas zu feiern: Das Leben, die Liebe, die Lust. Aber Manchem ist dies einfach nicht genug. Anlässe müssen geschaffen werden, damit abends die Gläser klirren können. Irgendein Land hat immer Nationalfeiertag. Organisationen und Lobbyisten feiern ihr Produkt mit einem internationalen Tag des Putzmittels oder Ähnlichem. Heute hat ein Promi Geburts- oder Todestag. Doch wie filtert der Feierwillige aus dem reichhaltigen Angebot? Natürlich gibt es Bücher und Internetseiten mit den skurrilsten und abgefahrensten Gedenktagen – etwa der Tag des Orgasmus und der Tag der verlorenen Socke am 9. Mai oder Handtuch-Tag am 25. Mai. Aber wirklich hilfreich wäre ein dionysischer Kalender, so dass gleich beim Aufschlagen des Datums das abendliche Fest gesichert ist. Auch an diesem Wochenende gibt es genügend Anlässe die Gläser klirren zu lassen: Samstag feiert Bangladesh seine Unabhängigkeit zum 40ten Mal. Sonntag wird die Wahl schon schwieriger: Welttheatertag oder der katholische Rupertstag. Bei letzterem gibt es immerhin eine Tradition und die Wetterregel: „Ist am Rupertstag der Himmel rein, so wird er‘s auch im Juni sein.“ Damit ist alles klar: Angestoßen wird auf die fabelhafte Welt der Bühne und der Teller brav leer gegessen.
26. März 2011
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