24. Juni 2011

Ganz nebenbei

Nach fünf Jahren haben endlich die Fußballfrauen die Möglichkeit, den WM-Titel im eigenen Land zu erobern. Aber von wegen Deutschland –ein Sommermärchen - Teil Zwei. Als die Herren der Schöpfung spielten, gab es zahlreiche Fanmeilen, massenhaft große Leinwände fürs Public Viewing und WM-Jubellaune ohne Ende. Egal, ob in Deutschland oder Südafrika, als das Runde ins Eckige sollte, war die ganze Republik dem Fußballfiber erlegen. Sonntag, beim Eröffnungsspiel Deutschland gegen Kanada, spielen nicht die harten Kerle. Das ist wohl der Grund, dass der Hype diesmal ausbleibt. Wie traurig ist die Bilanz, wenn es um den Kampf der Frauen geht. Für die Fußballerinnen ist noch keiner auf die Idee gekommen, die Marktplätze in der Mecklenburgischen Schweiz in Fanmeilen zu verwandeln. Niemand hat bei den örtlichen Ordnungsämtern eine große Feier angemeldet. Die Öffentlichkeit bleibt fußballfreie Zone. Dabei könnte gerade das sogenannte schöne Geschlecht den Traum vom Sieg im eigenen Land wahr werden lassen. Zwei Mal hat die Mannschaft den Titel schon erstritten. Sicherlich ist es von der Leistung der Fußballerinnen abhängig, ob es auch in diesem Jahr ein Sommermärchen geben kann. Aber vielleicht nehmen die meisten die Damen im Trikot einfach nicht ernst genug. In manchem Vereinsheim oder Garten werden am Sonntag die Spiele wohl ganz nebenbei über die Glotze flimmern. Und wer weiß, wenn sich die Fußballerinnen gut schlagen, gibt es ab dem Halb- oder Viertelfinale doch noch das heiß ersehnte Deutschland – ein Sommermärchen - Teil Zwei.

Wer hätte gedacht, dass ich über Fußball schreibe?

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