Rotz. Schnief. Es geht um – so wie in jedem Jahr, so wie in jedem Winter. Wohin der Blick auch fällt: rote Nasen, bedeckt von Taschentüchern, und keuchende Menschen, die den Arm oder die Hand vor den Mund halten. Auch wenn die Ärzte jedes Jahr aufs Neue predigen: Ab ins Bett und auskurieren, so wandeln die Kranken doch stets auf den Straßen, im Büro oder drücken die Schulbank. Vielleicht weil sie sich nicht krank genug fühlen, den inneren Drang verspüren, etwas zu tun oder einfach nur, weil im Bett liegen langweilig ist. Dabei muss es noch nicht mal eine Grippe sein, eine ordentliche Erkältung tut es auch. Die lebenden Toten weilen unter uns, und mich haben sie schon angesteckt.
5. Januar 2011
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